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Leitfaden: Laser-Fotogravur mit DithX

Spotgröße & Auflösung

Mit DithX bereiten Sie Bilder passend zum Laser vor: Der Strahl hat eine reale Spotgröße (oft ca. 0,08 mm bei Dioden, 0,15 mm bei CO₂).

Goldene Regeln für die Vorbereitung:

  • DPI an die Spotgröße koppeln: 25,4 / Spotgröße (mm). Bei 0,08 mm Spot ≈ 318 DPI. Höhere DPI überlappen die Linien und erzeugen Überbrand.
  • Schatten anheben: Viele Materialien werden beim Brand dunkler. Hellere Schatten (+20–30 % im Editor) kompensieren den physischen Dot Gain.
  • Unsharp Mask: Kräftig nachschärfen. Der „Bloom“ der Linse weicht das Ergebnis auf; „knackige“ Pixel am Bildschirm werden auf Holz scharf.

Erste Schritte

Neu in der Lasergravur? Mit diesen Tipps vermeiden Sie schnell den „schwarzen Matsch“.

1. Fokus-Test

Fokus ist entscheidend. Machen Sie einen Rampen-/Schrägtest, um die optimale Z-Höhe zu finden. Schon kleine Abweichungen unterscheiden scharfes Foto und verwaschenen Fleck.

2. Graustufen vs. Dither

Für Fotos auf Holz keinen reinen Graustufenmodus verwenden – zu unberechenbar. Immer ein Dither-Verfahren (z. B. Jarvis oder Floyd–Steinberg) für stabile Ergebnisse.

3. Kleine Testfelder

Nicht gleich 20 cm Motiv: ein 3 cm Testpatch spart Zeit und Material und zeigt schnell die richtigen Parameter.

4. Linse reinigen

Rauch und Harz setzen sich auf der Linse ab. Schmutz kostet Leistung und verwischt den Strahl. Nach längeren Jobs mit Isopropanol (IPA) reinigen.

Holz 1: Borax-Methode

Mischung

  • 1 Tasse heißes Wasser
  • 1 EL Borax-Pulver

Anleitung

  1. Borax im heißen Wasser vollständig lösen.
  2. Mit Schwamm auf Holz auftragen (Ahorn/Birke/Pappel).
  3. Vollständig trocknen lassen.
  4. Gravieren: Borax wirkt wie ein Flux, reduziert Ruß und ergibt eine dunkle, schokobraune Markierung.

Holz 2: Kenny-Methode

Essig-basierte Beize für tiefe, gealterte dunkle Brandflecken.

Ansatz

  • Basis: 50 % Essigreiniger
  • Reaktant: Stahlwolle (ca. 2× Fotogröße, fein)
  • Zeit: ca. 1,5 Wochen im Plastikglas lösen (gelegentlich schütteln).

Vorbereitung

  1. Stahlwolle im Essig auflösen, bis nichts mehr übrig ist. Durch Kaffeefilter filtern.
  2. Mit ca. 10 % Wasser verdünnen. Gut schütteln.

Auftrag

  1. Holz dünn einstreichen, 24 h trocknen (Holz dunkelt nach).
  2. Optional: Weiße Aquarellfarbe für Tiefe, 24 h trocken, mit Körnung 320 anschleifen.
  3. Mit geringerer Leistung als üblich gravieren.

Schiefer: weißer Brand

Reaktion

Schiefer wird nicht schwarz gebrannt, sondern weiß aufgehellt.

Anleitung

  1. Vorbehandlung: Dünne Schicht matter Klarlack – tiefschwarze, „nasse“ Basis.
  2. Invertieren: Foto im Programm invertieren. Schwarze Pixel = kein Laser, weiße Pixel = Laser feuert.
  3. Reinigen: Nach der Gravur mit Wasser abwaschen.

TiO₂ Rezept V1 (Alkoholbasis)

Ideal für Glas & Keramikfliesen mit Airbrush.

Zutaten

  • 3 Teile TiO₂ (Titandioxid)
  • 0,5 Teil MoS₂ (optional, verbessert die Fließfähigkeit)
  • 1 Tropfen Glycerin
  • 99,9 % Isopropylalkohol

Anleitung

  1. Pulver mit nur so viel Alkohol anrühren, dass eine dicke Paste entsteht (wichtig!).
  2. 3–4 Teile Alkohol zum Verdünnen für die Airbrush zugeben.
  3. Mit Ultraschallreiniger homogen mischen. Kleine Metallkugel in die Flasche für späteres Nachmischen.

TiO₂ Rezept V2 (Wasser/Leim)

Zutaten

  • 2 Teile TiO₂ (z. B. 50 ml)
  • 3 Teile Wasser (z. B. 75 ml)
  • 1,5 Teile Holzleim (z. B. 37,5 ml)

Anleitung

  1. Alles gründlich vermischen.
  2. Holzleim bindet stark und ergibt eine haltbare Schicht auf Glas oder Fliese.
  3. Gleichmäßig mit Schwamm oder Pinsel auftragen.

TiO₂ Rezept V3 (Metallmarkierung)

Dauerhafte schwarze Markierung auf Edelstahl & Messing.

Basismischung

  • 5 Teile TiO₂
  • 3 Teile MoS₂ (+3 extra für Messing)
  • 2 Teile Graphit
  • 7–10 Teile Alkohol
  • 1 Tropfen Glycerin

Laser (Referenz 33 W)

Langsam & heiß: 100 mm/min bei 95 % Leistung.
Edelstahl: 250–350 mm/min bei 80 % Leistung.

Ergebnis sehr widerstandsfest, auch gegen Stahlwolle.

Physik statt Raten

Professionelle Gravur basiert auf wenigen klaren Größen:

Geschwindigkeit vs. Leistung

Faustregel: Schneller wirkt schärfer. Zu langsam = Wärme wandert ins Holz und verwischt Punkte. 80–100 % Leistung und die höchste noch saubere Geschwindigkeit suchen.

Linienabstand

Abstand der horizontalen Zeilen. Entspricht ideal der Spotgröße (z. B. 0,08 mm). Zu klein = Überbrand; zu groß = helle Lücken.

Overscan

Wichtig gegen dunkle Ränder: Der Kopf beschleunigt vor dem ersten Punkt, ohne dass es zu Rußstreifen kommt.

Scan-Offset

Kompensiert mechanische Verzögerung. Gezackte oder gestufte Kanten? Offset in der Steuerung kalibrieren.

Häufige Probleme

Streifen (Banding)

Oft Mechanik: lose Riemen oder wackelnde Z-Achse. Auch Resonanzgeschwindigkeiten – Geschwindigkeit um ±10 % ändern.

Geisterbild / Doppelkontur

Falscher Scan-Offset oder lose Riemen – der Kopf ruckt beim Richtungswechsel.

Blass / wenig Kontrast

Zu viel Leistung (Überbrand) oder zu wenig Gamma/Kontrast in der Datei. Oder harziges Holz – Borax-Methode testen.